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Eingewöhnungstipps für einen guten Start: Das erwartet dich in den ersten Wochen mit Kitten

Jippie! Die ersten 24 Stunden hast du gemeistert. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir gemeinsam die grundlegenden Tipps zur Eingewöhnung deiner Katze unter die Lupe nehmen, damit es deinem Familiennachwuchs und dir rundum gut geht. Und ganz nebenbei gehst du auf Mission „Eis brechen“!

Neben mir sitzt mein Freund und beschwert sich: Was hätte er dafür gegeben, wenn ihm vor elf Jahren jemand nur einen dieser Tipps gegeben hätte… Klar, belesen hat er sich auch. Irgendwie. Aber dann wirklich Katzeneltern zu sein, ist nochmal ganz was anderes als einen faden Ratgeber durchzublättern, was das kleine Geschöpf in der Theorie so braucht.

Deshalb mach ich dir die Theorie heute ein bisschen schmackhafter: So begleitest du dein Kitten durch die Anfangszeit – und wirst nach und nach sein Fels in der Brandung:

Babykatze auf Erkundungstour! Simbas neues Reich

Ahoi, ahoi! Dein Kätzchen wird zum Entdecker! Wie der kleine König der Löwen ist auch deine Katze von Natur aus neugierig. Ist die erste Schüchternheit überwunden, wird sie überall ihre Nase reinstecken wollen.

Jetzt ist es nicht mehr nur dein, sondern auch ihr neues Königreich! Das muss auf Entdeckungstour erstmal erobert werden: Tische überqueren, Regale erklimmen, Sofaschluchten überwinden. Und nun?

Naja, es gibt ja nur zwei Optionen: Entweder, du lässt deine Katze am Anfang wirklich alles beschnuppern (ja, das ist vollkommen in Ordnung). Oder du klärst von Vornherein mit ihr, wo sie nichts zu suchen hat. Ich bin eher der Typ Grenzen (indem bestimmte Möbel durch Tonfall und Wegsetzen Tabu sind – das dauert seine Zeit und bevor du fragst: Nein, das klappt nicht immer so, wie man sich das vorstellt). Was nicht besser oder schlechter ist als Typ Schnuppertour.

So oder so: Auch wenn du jede Ecke 1A katzensicher vorbereitet hast – bleib in ihrer Nähe.

Hat sie ihr Zimmer schon genaustens unter die Lupe genommen und sich Mut angefuttert? Sie vertraut dir schon ein bisschen? Und frisst ohne Probleme? Aufs Katzenklo geht sie auch ganz normal? Prima, dann kannst du ruhig schon mal die nächste Tür öffnen. Jetzt kann sie selber entscheiden, ob sie weiter auf Abenteuer geht oder in bekannten Gewässer bleibt. Schritt für Schritt könnt ihr dann zusammen in die anderen Zimmer tapsen, bis sie all ihre Vier Wände kennengelernt hat. 

Rendez-vous zu zweit: So gewöhnt sich deine Katze am besten ein

Das ist aber noch nicht alles: Ihr Revier kennt sie jetzt. Zeit, ihre*n Menschenmami/ -papi kennen und lieben zu lernen. Das geht natürlich nicht einfach so *schnips*. In der Ruhe liegt die Kraft, und irgendwie auch die Liebe…

Die ersten Tage hast du dir eh freigenommen. Nun nutzt du sie, um viel Zeit bei deinem neuen Mitbewohner im Katzenkinderzimmer zu verbringen. Damit meine ich nicht, dass du an seinem süßen Schwänzchen kleben sollst (ich kann deine Enttäuschung bis in mein Wohnzimmer riechen). Sondern: Du hast ein ungelesenes Buch im Regal, für das du bisher keine Zeit hattest? Eine Serie, die dich seit Monaten auf deiner Watchlist angrinst? Jetzt ist der Moment. Die Homeofficler unter euch dürfen natürlich auch von der Couch aus arbeiten.

Warum so passiv? Na sie darf den ersten Schritt machen! Lass dich erobern! Du sollst sie jetzt nicht mal offensichtlich beachten. Irgendwann platzt die Kleine von Neugierde und wird schon mal bei dir vorbeischauen. Deine Aufgabe ist dann eigentlich nur, sitzenzubleiben. Hört sich machbar an, oder?

Von Sicherheit über Vertrauen zur Bindung

Nagut, die Spielregeln erlauben es dir sogar, mit ihr zu reden – sanft, versteht sich von selbst. Das aber nur, wenn sie von sich aus zu dir kommt. Jetzt darfst du ihr auch mal die Hand anbieten – und sie streicheln, wenn sie es zulässt. Sie reibt ihren Kopf an dir? Glückwunsch! Das nenne ich einen großen Sprung in Richtung Zuneigung!

Aber wie sagt man auch in der Liebe: Jetzt bloß nichts überstürzen. Ja, es ist ein magischer Moment, wenn sie dir zum ersten Mal um deine Beine streicht. Saug ihn auf und – halt stopp – belass es dabei. Würdest du sie jetzt gegen ihren Willen hochheben oder festhalten, wär sie schneller wieder weg als du diesen Satz lesen kannst – und die Vertrauensbasis, die ihr euch gerade aufgebaut habt, futsch…

Wie du das vermeidest? Hör auf das, was deine Katze dir sagt. „Ich will die Welt entdecken“ – öffne ihr Türen (wortwörtlich). „Ich brauch Zeit für mich“ – zieh dich zurück.

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Der erste Schritt in Richtung Körperkontakt geht von deiner Katze aus! Gehst du gegen ihren Willen zu sehr ran an die Katz, braucht sie wesentlich länger zur Eingewöhnung – weil sie sich in die Ecke gedrängt fühlt und misstrauisch wird.

Bei ganz großen Sorgenkindern kann es eurer Beziehung sogar ungemein helfen, anfangs bei ihm im Katzenkinderzimmer zu schlafen. Schlummernd wirkst du auf das Kitten viel friedlicher – da kann es sogar passieren, dass es sich eine tagsüber scheue Katze nachts an deiner Seite gemütlich macht. Was für ein Fortschritt!

Achso, noch was: Sag vorerst adé zu extrem parfümierten Produkten wie Seife und Lotion – Katzennasen sind nämlich ganz schön empfindlich.

Hoch hinaus: Katze hochheben

Ich weiß: Sie ist einfach sooo süß! Wenn ich Katzen sehe, setzt bei mir glaub ich eine komplette Hirnhälfte aus. Aber gleich tragen? Denk gar nicht erst daran. Zumindest nicht in der Anfangszeit. Ob sie Streicheleinheiten genießt oder du sie sogar hochheben kannst, ergibt sich mit der Zeit. Das Ganze beruht ja auf eurer Zuneigung und Vertrauen. Und darauf, ob sie es von Natur aus mag oder nicht. Da du dich grad über Katzen beliest, traue ich dir genug gesunden Menschenverstand zu. Heißt: dass du sie nicht an dich zerrst, wenn sie wegläuft, miaut, knurrt oder faucht.

Der siebenjährigen Tochter einer Bekannten fällt das noch schwer. Ihre felligen Mitbewohner sind mit ihren drei Monaten auch einfach zum Anbeißen. Nur mit Worten hat sich aber nicht viel an den Grabsch-Eskapaden geändert. In einer Tour hielt sie sie fest und riss sie an sich. Bis ich ihr beim Spielen aus dem Nichts meine Arme um den Bauch gewickelt, sie angehoben und von einer Ecke im Kinderzimmer in die andere und wieder zurück geschwenkt habe. Im ersten Moment fand sie das total lustig. Als das laute Lachen abgeklungen war, hat es ihr aber gedämmert. Sie gab sogar zu, dass sie davon auf Dauer doch nicht so begeistert war, sondern lieber selber bestimmt. Seitdem hebt sie immer noch gern – aber bewusster. Und hat mittlerweile ein Händchen dafür, wie es ihren beiden Katzen am leichtesten fällt.

Lässt sich deine Katze mittlerweile gern von dir streicheln, kannst du das erste Mal Heben probieren. Eins muss dir bloß klar sein: Möchte sie es nicht, setzt du sie behutsam ab, sobald sie gerade mal nicht zappelt.

Sei nicht enttäuscht: Viele Katzen mögen es einfach nicht, hochgenommen zu werden. Klingt natürlich – ist aber manchmal schwer zu akzeptieren. Deshalb ein Beispiel: Ich mag keine Rosinen – mein Papa liebt sie. Und egal wie oft er probiert hat, sie mir schmackhaft zu machen – ich finde sie immer noch abstoßend. So ist auch jede Katze verschieden. Eine liebt es, von Mami durch die Gegend getragen zu werden. Andere lümmeln dafür lieber auf Papas Schoß rum. Das zu akzeptieren ist für uns Katzeneltern das A und O.

Tragetechniken sind ein ganzes Kapitel für sich. Lies hier nach, um es richtig anzupacken: Wie du Katzen richtig hochhebst.

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Wie führe ich meine Katze eigentlich mit anderen Tieren zusammen?

Puh, dazu gibt’s so viel zu sagen… Welche Erfahrungen ich gemacht habe, zeige ich dir deshalb ganz bald in einem extra Blogbeitrag.

Fellpflege für deine Katze – Seelenpflege für dich

Klingt nach einer haarigen Aufgabe – ist es abgesehen von den ganzen Fellflusen aber gar nicht. Katzen kümmern sich nämlich selber 1A um ihr Fell. So hat ihre Mama es ihnen beigebracht.

Trotzdem wirst du sie ab und zu zur Unterstützung bürsten. Bei Langhaarkatzen natürlich noch regelmäßiger. Macht es doch zu einem wöchentlichen Ritual – das wird die Bindung zwischen dir und deiner Katze stärken. Bürsten tut also nicht nur dem Fell gut – sondern auch der Seele!

Bitte bade deine Katze nicht. Wieso, weshalb, warum? Hier gibt’s die Antwort.

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Wie lang es dauert, bis das Eis bricht

Für ein Kitten muss sein*e neue*r Ersatzmama/ -papa rund um die Uhr da sein. Was heißt rund um die Uhr? Einer muss in den ersten zwei Wochen – Minimum während der ersten Woche – von früh bis spät Zuhause sein. Geh also auf Nummer sicher, dass du dir die ersten ein bis zwei Wochen der Eingewöhnungszeit Urlaub nehmen kannst, um rundum für es da zu sein. Genau das ist auch die Basis, auf der ihr das Vertrauen zwischen euch aufbaut.

Bis sie vier Monate alt sind, sollen wir Katzeneltern sie tagsüber übrigens nicht lange alleinlassen. Wie sie auf das Abkapseln reagieren, ist von Charakter zu Charakter verschieden: Schüchternen Katzen wird der Schritt schwerer fallen; selbstbewusste können sich für ein paar Stunden ohne Probleme lösen.

Wenn zwei Katzen in der Wohnung sind fällt es ihnen natürlich leichter, mal ohne ihre Menscheneltern zu sein. So oder so gewöhnst du sie Schritt für Schritt daran: indem du einmal pro Stunde für fünf Minuten den Raum verlässt. Aus fünf Minuten werden irgendwann zehn, dann fünfzehn und so weiter.

Sicherheit durch Routine

Die kannst du mit der ersten Woche entwickeln. Man sagt so zwei bis vier Wochen braucht eine Katze, bis sie sich in ihrem neuen Zuhause eingewöhnt hat. Hatte sie vorher noch keine oder nur schlechte Berührungspunkte zu Menschen, kann sich die Annäherung auch über Monate ziehen. Ärgere dich nicht über ihre Zurückhaltung – tschakka, du machst das gut! Und es lohnt sich: Umso schöner werden ihre ersten Annäherungsversuche und alles, was euch erwartet, nachdem das Eis gebrochen ist.

Deine Katze lässt einfach keine Berührung zu?

Da hilft nur Geduld. Kennst du bestimmt von dir selber – neue Stadt, neuer Job, neue Kollegen… In neuen Situationen warm zu werden braucht bei deiner Katze genauso Zeit. Wenn ich mir vorstelle, in dem Alter zu fremden Leuten in eine neue Wohnung gekommen zu wären… Puh, da wär mir aber die Düse gegangen!

Du weißt jetzt Bescheid, mit welchen Kniffen du deine Katze eingewöhnst. Fehlen nur noch die medizinischen Startschüsse. Darum kümmerst du dich, wenn du weiterliest:

Der erste Gang zum Tierarzt

Ein paar Tage nach Einzug deiner Katze steht ihre Kontrolluntersuchung an. Den Termin kannst du ruhig schon vor ihrem Einzug vereinbaren. Da nicht alles für unser Auge sichtbar ist, ist es umso wichtiger, deine kleine Maus einmal von oben bis unten durchchecken zu lassen. Und das Gespräch mit dem Tierarzt gibt dir die Sicherheit, nichts zu vergessen.

Vielleicht hat die vorherige Familie deiner Katze bzw. der Züchter schon die ersten Schritte übernommen? Impfung, Entwurmung oder vielleicht sogar schon die Kastration?

Ab der dritten Woche kannst du deine Katze entwurmen lassen. Die Impfungen sind ab der achten Woche möglich.

Wie sieht’s mit der Kastration aus? Wenn du dich dafür entscheidest (und es gibt sooo viele Gründe dafür), sollte deine Katze oder dein Kater spätestens mit der Geschlechtsreife kastriert werden. Die setzt zwischen dem sechsten und achten Monat ein. Kastration ist aber generell auch früher möglich. Am besten berät dich dazu dein Tierarzt. Du bist ja sowieso zum ersten Check-up da.

Der erste Freigang

Deine Katze darf in den Genuss von Freigang kommen? Stellt sich die Frage, ab wann ein Freigänger zum ersten Mal raus darf. Die Antwort gebe ich dir kurz und knackig im Beitrag So gewöhnst du deine Katze an den Freigang.

Du bist dir noch nicht sicher, ob Freigang was für dein Kitten ist? Mit meinem Beitrag Freigänger oder Wohnungskatze? gelingt dir die für euch richtige Entscheidung.

Vom Traum einer Katze zum Dreamteam

Willst du das Zauberwort für die Eingewöhnung wissen? Zeit. Die heilt nämlich nicht nur alle Wunden, sondern macht aus Fremden Vertraute. Gut, das sagt sich so leicht. Aber so viel steht fest: Ihr rennt euch nicht weg (sofern du deinen Balkon katzensicher für Ausbüchser gemacht hast). Tag für Tag lernt deine Katze die Umgebung und ihre neuen Menscheneltern besser kennen. Alles ist sooo neu. Das muss erstmal beschnuppert werden.

Noch eine Bitte: Entspann dich. Du brauchst nicht krampfhaft probieren, ihr bester Freund zu werden. Das nervt dich genauso wie deine Katze.

Mit spielen, reden, streicheln nach Gefühl, auf sie hören und einer ordentlichen Portion Geduld kommt das Vertrauen von ganz allein. Bloß nicht bedrängen. Und irgendwann liegt sie beim Fernsehen an deinem Bauch als hättet ihr nie was anderes getan…

Als Yumi noch Baby-Yumi war…

…war ich unter allen Geschwistern die kleinste und zierlichste. Mein Schwanz: so dünn wie ein Pfeifenreiniger. Wirklich mehr Masse habe ich mir nicht angefressen. Dafür bin ich immer zutraulicher geworden und schmuse jetzt sogar von mir aus mit Mama und Papa – was ich mir in meinen ersten Monaten Zuhause nicht mal vorstellen konnte.

Aber weißt du was? Mir gefällt das richtig gut. Sogar so gut, dass ich auf meinen Eltern den Milchtritt mache und dabei aus der Nase tropfe vor lauter wohligen Gefühlen…

Yumi