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Was dir niemand sagt – du aber unbedingt wissen solltest, wenn dein Kitten einzieht

Erste Schritte am ersten Tag | Eingewöhnung Katze

Bevor du deinen Familienzuwachs abholst, hast du schon alles parat: Dein Zuhause ist für seinen Einzug katzensicher vorbereitet und die Erstausstattung im Katzenkinderzimmer verteilt? Dann sind alle Mann bereit – und dein Kitten kann kommen!

Okay, du willst einen würdigen Umzug für deine Katze? Du kriegst einen würdigen Umzug für deine Katze. Ich zeige dir, wie du das anstellst:

Wann ist der beste Zeitpunkt, die neue Katze abzuholen?

Habt euch schon kennengelernt? Umso besser! Nachdem das Kitten Minimum acht (nicht weniger!), besser zwölf Wochen bei der Mutterkatze verbracht hat, ist es soweit: Du kannst es zu dir holen! Erst jetzt hat es ausreichend Katzenkram von seiner Mama gelernt. Und du holst dir eine sozialere und gelassenere Katze nach Hause.

Dein Kitten darf einziehen, wenn in den nächsten Tagen kein Besuch ansteht – und du dir am besten ein bis zwei Wochen Zeit nehmen kannst, die du mit ihr Daheim verbringst.

Die beste Tageszeit? Morgens. So kann sich deine kleine Katze im Laufe des Tages an ihr neues Zuhause gewöhnen. Der Umzug ist eben nicht nur für dich aufregend – sondern vor allem für deinen Minitiger. Seiner Familie und Bezugspersonen tschüss zu sagen ist für den kleinen Quarksack eine große Aufgabe. Klar, dass er traurig und erstmal zurückhaltend dir gegenüber reagiert. Das wird schon! Er ist schließlich auch neugierig, was ihn in seinem Für-Immer-Zuhause erwartet. Wie du ihm den Übergang erleichtern kannst? Gut, dass du fragst…

So erleichterst du deiner Katze die Eingewöhnung

Indem du fragst. Nein, Quatschkopf, nicht deine Katze. Ihren Züchter! Oder eben die Leute ihres vorherigen Zuhauses:

  • Fand schon ein erster Tierarztbesuch statt? Ist sie geimpft, entwurmt und gechippt?
  • Welches Futter wurde gefüttert?
  • Gibt es eine Fütterungsroutine, z. B. bestimmte Uhrzeiten?
  • Wo stand das Katzenklo bisher?
  • Welches Katzenstreu wurde verwendet?
  • Welche sind ihre Lieblingsspielzeuge?

Wenn alles urplötzlich neu ist, kann das ganz schön überfordern. Da hab ich einen Trick für euch: Gib dem Vorher-Zuhause ein paar Tage vorm Umzug ein Shirt, das du kurz vorher noch anhattest. Schon vor dem großen Umzugstag kann dein Kitten sich so an deinen Geruch gewöhnen. Bring bei der Gelegenheit doch gleich Spielzeug und eine Decke vorbei. In der Zeit macht deine Katze sich vertraut damit. Holst du sie ab, kann sie sie mit ins neue Zuhause nehmen. Das wird ihr Halt im Ungewohnten geben.

Genauso andersrum: Nimm in eure Transportbox und Wohnung ein Stück weit Gewohnheit mit: die Schmusedecke, das Lieblingsspielzeug, das bekannte Futter oder Katzenstreu – eben alles Mögliche, mit dem sie seit ihrer Geburt vertraut ist. Damit sie sich während der Eingewöhnung ein bisschen weniger fremd fühlt. Umso einfacher wird die Anfangszeit für deine Katze. Und so geht’s auf dem Heimweg:

Die Fahrt nach Hause – So gestaltest du die Heimfahrt so angenehm wie möglich

Klar – dein Kitten bleibt schön in seiner Transportbox*. Die du am besten mit einer kleinen Decke polsterst, die nach seinem altem Zuhause riecht. Es sollte nicht das geliebte Erbstück sein – nur für den Fall, dass es vor Schreck drauf lospullert. Für den Fall bist du natürlich bewaffnet mit Ersatzdecke und Tüchern zum Wegwischen des Malheurs.

Das Spielzeug oder was auch immer dir Gewohntes aus seinem altem Zuhause überlassen wurde, legst du ihm mit hinein. Das gibt ihm Sicherheit. Das gleiche Gefühl kann auch ein leichtes Tuch auf die Box gelegt auslösen.

Safety first: Die Box hält am besten dein Mitfahrer schön fest. Oder der Sicherheitsgurt. Langsam fährst du natürlich trotzdem, damit die kleine Katze sich nicht noch mehr erschreckt. Rede mit beruhigender Stimme mit ihr. Ohne lautes Radio. Und am besten bleibst du die ganze Fahrt über neben ihr.

Willkommen Zuhause, kleiner Mitbewohner

So gelingt die Eingewöhnung am ersten Tag

Ausweis, Schufa, Mietschuldenfreiheit? So bürokratisch ist der Einzug zum Glück nicht. Schau dir mit mir drei Schritte an, mit denen ihr euch schon an eurem ersten gemeinsamen Tag pudel- nein – eher kittenwohl fühlt.

Eingewöhnung Step 1

Die erste Pfote auf neuem Terrain

Ihr erster Schritt im wahrsten Sinne: Öffne die Transportbox in dem Raum, den du für deine Katze vorbereitet hast. Der sollte auf jeden Fall Fenster haben, damit es was zu Gucken gibt. Die Zimmertür bleibt erstmal geschlossen – wir wollen deine kleine Maus ja nicht gleich überfordern. Aus dem gleich Grund bist auch erstmal nur du mit ihr im Raum. Lass sie selbst entscheiden, wann sie ihre ersten Schritte aus der Box wagen und den Raum erkunden möchte.

Nach einer guten halben Stunde kannst du dann doch mal probieren, ihr das Rauskommen schmackhaft zu machen. Wie wär’s mit ihrem Lieblingsleckerli oder -spielzeug? Die können auch zum Einsatz kommen, falls sie sich in einer Ecke verkrümelt. Aber bitte ganz zwanglos. Lässt sie sich partout nicht überzeugen, beschäftige dich ganz passiv auf der Couch. Oder wenn auch das zu viel für sie ist, bleibe die nächste Stunde in einem anderen Raum – bevor du wieder einen vorsichtigen Blick ins Katzenkinderzimmer wirfst.

Den Rahmen stecken – nicht sprengen

Eine neue Umgebung mit neuen Gerüchen, Geräuschen und Menschen… Zum ersten Mal von seiner Mama getrennt zu sein, stelle ich mir ganz schön angsteinflößend vor. Um den Stress von ihren kleinen Schultern nehmen, gib deinem Kitten Zeit, sich zu orientieren. Lass es alle Ecken im Zimmer erkunden. Und auch dich beschnuppern, wenn es bereit ist.  Zeig ihr auch noch, wo ihr Katzenklo steht.

Hektik, Aufregung, Lautstärke und viele Menschen haben ab sofort – aber gerade in den kommenden Tagen – nichts in deiner Wohnung verloren. Da fällt mir gleich ein, wessen Paradedisziplin Ruhe auch nicht gerade ist:

Menschenkinder auf Katzenkinder einstellen – so klappt’s

Ganz klar: Deine Familie möchte das neue Familienmitglied mit eignen Augen sehen. Ruhig und geduldig sind aber nicht gerade Wörter, die Kinder beschreiben.

Falls du Kinder hast: Bereite sie darauf vor, dass sie sich nicht aufs Kitten stürzen (so verlockend es ist). Deshalb bleibst du die ganze Zeit bei ihm. Es entscheidet, wann es auf euch zukommt. Erst dann probiert ihr, es zu streicheln. Hinterherlaufen und hochheben sind trotzdem tabu. Nach dem ersten Hallo gönnst du deinem Kitten dann wieder eine Pause von dem Trubel, und deine Kinder spielen woanders weiter.

Ich kenn das von mir selber: Wenn als Kind irgendwo eine Katze rumlief, hab ich sie gedankenlos hochgehoben. Mir hat’s damals keiner erklärt. Das kriegst du besser hin!

Futter für den Junior

Zwischendurch das Füttern nicht vergessen! Als fürsorgliche Katzenmami und Katzenpapi achtest du genau darauf, was du deinem Liebling fütterst. Bei einem Kitten füllst du immerhin vier-, fünfmal am Tag den Napf.

Eingewöhnung Step 2

Schlafenszeit!

Puh, das waren viele neue Eindrücke… Zeit, deinem Kitten seinen Rückzugsort zu zeigen, wo es ein Nickerchen machen kann. Es wecken sollen weder deine Kinder noch du. Deshalb sollte der Platz ruhig sein. Also: Nicht da, wo deine Familie viel hin und her läuft. Katzenklo und Wassernapf stehen mit im Raum, aber nicht direkt daneben. Naja, versteht sich von selbst – außer nach wilden Partynächten würdest du ja auch nicht neben der Kloschüssel schlafen.

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Deine Katze weckst du natürlich nur im Notfall. Vor allem ihre Tiefschlafphase braucht sie für ein gesundes Leben: zur Regeneration, Zellerneuerung und Stärkung ihres Immunsystems. Wenn ich mir nur vorstelle, ständig aus dem Schlaf gerissen zu werden… Mindestens genauso gestresst und unausgeglichen wäre deine Katze.

Eingewöhnung Step 3

Kitties erste Nacht

Sooo viel Neues ist Stress pur. Dass deine Babykatze in ersten Nächten viel miaut, kann deshalb vorkommen. Ihr bester Freund ist (neben deiner zweiten Katze) jetzt ihr Katzenkorb*.

Als Orientierung kannst du deiner Katze in ihrer ersten Nacht ein kleines Nachtlicht* anlassen. Und danach läutest du durchs Ausschalten das Schlafengehen ein.

Ein bisschen Spaß muss kann sein

Spielen, das hat doch nichts mit Ruhe zu tun? Langsam fühle ich mich wie eine Schalplatte mit Sprung: Spielen ja – wenn sie von sich aus auf dich zukommt. Das kann für euch gleich ein positives Zusammen-Erlebnis sein. Wenn sie sich traut, wieso also nicht?

Ansonsten hat sie sowieso ihre kleine Spielkiste. Voller Bällen, Mäusen* und Co. Mit denen sie sich selber beschäftigen kann, wenn ihr danach ist.

Aber Achtung: Schnüre verstaust du nach dem Spielen außer Reichweite. Gerade bei Katzenangeln. So besteht keine Gefahr, dass sich deine Katze stranguliert.

Lecker, leckerer, Leckerlis

Deiner kleinen Maus ein paar Leckerlis aus deiner Hand anzubieten, kann das Eis zum schmelzen bringen. Auch sind sie ein prima Lockmittel, um sie zu ihrem Napf zu locken.

Aber wir wollen’s nicht gleich übertreiben – denn zu viel ist auch wieder nicht gut für die Gesundheit der Kleinen. Katzen brauchen auch nicht jeden Tag ihre Leckerlis bekommen. Zum Vergleich: Meinen dreien gebe ich meist dreimal pro Woche ihre Belohnung. Und dann auch weniger als die Fütterungsempfehlung auf dem Etikett anpreist. Ich möchte meine Lieblinge schließlich so lang wie möglich gesund bei mir haben.

Ab wann dürfen Kitten eigentlich Leckerlis bekommen? Ab 6 Wochen kannst du ihnen etwas Katzenmilch* zwischendurch geben. Bei den folgenden Snacks kommt es auf ihre Größe an. Die Stückchen sollte deine kleine Katze ohne Probleme fressen können. Wie dafür gemacht ist Junior-Trockenfutter*, das die kleinen Mäuler gern als Snack zwischendurch mampfen!

Stubenrein soll’s sein – Wie bringe ich meiner Katze bei, aufs Katzenklo zu gehen?

Was rein kommt, muss irgendwann auch wieder raus. Den Gang aufs Katzenklo lernen Kitten oft schon in ihrem vorherigem Zuhause. Klappt noch nicht so ganz? Dann setzt du es nach dem Fressen und Schlafen aufs Katzenklo. Mach die Hinterlassenschaften nicht gleich weg – so lernt sie, den Ort mit dem Geruch zu verknüpfen.

Läuft der Toilettengang, im wahrsten Sinne? Dann sei gewappnet: Ein Fauxpas kann deiner Katze immer noch passieren. Bloß nicht schimpfen oder bestrafen. Sie macht’s ja nicht mit Absicht. Bis sie trocken ist, lässt du deinen geliebten Teppich lieber eingerollt…

Wie du deine Katze stubenrein erziehst, ist klar? Prima. Probiere dich jetzt am Spielspaß:

Der erste Tag von vielen

…ist gemeistert! Wie geht’s jetzt weiter? Na die ersten Tag werden zu Wochen. Solang du mit Herz und etwas Verstand an die Sache rangehst, bin ich mir sicher: Du wirst deinem Kätzchen das allerbeste Für-immer-Zuhause bieten!

So war Rikus erster Tag im Hause Adrian:

Neuer Papa – neues Glück. Die Menschen in meiner ersten Wohnung wussten nämlich nicht wirklich Bescheid, was ich brauche. Auf meinem Speiseplan standen nicht selten Nudeln…

Angekommen in Papas und meiner neuen Wohnung, habe ich ihm gleich meine gesamte Laufbahn vorausgesagt: Ich habe nämlich als erstes die Küche angepeilt. Meine Leidenschaft. Essen.

Riku