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So gewöhnst du deine Katze an den Freigang

Die Entscheidung ist gefallen – deine Katze wird ein Freigänger! Und sie wird es dir danken, denn jetzt kann sie sich ordentlich austoben, das bedeutet Lebensfreude pur!

Ab wann darf ein Freigänger zum ersten Mal raus?

Bevor es für deine Katze zum ersten Mal raus geht, muss sie sich voll und ganz bei dir eingelebt haben. Immerhin ist sie an einen für sie fremden Ort gezogen und muss die Möglichkeit haben, sich daran zu gewöhnen, dass das nun ihr Zuhause ist. Für eine erste Sicherheit mit intensiver werdender Bindung zu dir dauert das um die sechs Wochen, bei ängstlichen Katzen sogar durchaus länger. Nur so ist es relativ sicher, dass sie nach der ersten Erkundung der Umgebung und ihren darauffolgenden Abenteuern wieder nach Hause findet und auch nach Hause kommen möchte. Sind diese Punkte gegeben, steht dem Freigang ab einem Alter von acht Monaten nichts mehr im Wege, so lauten Empfehlungen. Auf der noch sichereren Seite bist du, wenn du abwartest, bis deine Katze geschlechtsreif ist. Denn erst dann kann sie kastriert werden. Was das für sie und dich bedeutet, beantworten wir in unserem Beitrag Freigänger oder Wohnungskatze? Vorbeugung und Schutz für deine Freigänger-Katze.

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Warte ab, bis deine Katze kastriert ist – so bist du auf der sicheren Seite.

Was denn nun, sechs Wochen oder acht Monate? Ein Beispiel: Hast du eine Katze aus dem Tierheim adoptiert, die älter als acht Monate und bestenfalls kastriert ist, kannst du sie nach ca. fünf bis sechs Wochen der Eingewöhnung bei dir zum ersten Mal vor die Tür lassen. Bis ein Kitten ein Alter von 12 Wochen erreicht hat, sollte es ohnehin bei seiner Mutter bleiben und noch nicht in sein neues Zuhause abgegeben werden.

Gerade auf Kitten solltest du beim Heranführen an den Auslauf zu Beginn ein schärferes Auge haben. Neben Raubvögeln in ländlicher Umgebung gelten in vereinzelten Fällen auch Menschen als Bedrohung, die von deinem süßen Fratz so begeistert sind, dass sie ihn selbst mit nach Hause nehmen. Genau aus diesem Grund solltest du darüber nachdenken, das Kitten erst an die frische Luft zu lassen, wenn es etwas größer ist.

Freigang-Training: So gewöhnst du deine Katze an den Freigang

Soll dein Kitten zum Freigänger werden, kann (muss aber keinesfalls) hier anfangs ausnahmsweise die Leine zum Einsatz kommen, an die du es vorher schon gewöhnt hast: Lässt deine Katze Berührungen von dir normalerweise ohne Probleme zu, lege ihr schon einige Wochen vor dem ersten Freigang probeweise das Geschirr mit Leine* immer mal wieder an, um die Leine im Alltag zu etablieren. Sind Vertrauen und Wohlbefinden deiner Katze der Leine gegenüber gestärkt und lässt sie sich von dir mitführen, könnt ihr neben euren „Spaziergängen“ in der Wohnung auch mal den Hausflur und im nächsten Schritt sogar den Garten erkunden. Mit dir als Bezugsperson an ihrer Seite kann sie die neue Umgebung erst einmal beschnuppern und sich langsam alles einprägen.

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Auch in etwa sechs- bis zehnjährige Katzen, die bisher keinen Freigang hatten oder nach einem Umzug ein neues Gebiet zur Verfügung haben, brauchen die Gelegenheit, ihr neues Revier sicher und ohne Hektik zu markieren. Geht dazu an verschiedenen Tagen in der näheren Umgebung mit der Leine spazieren. Das gibt ihr die nötige Zeit, alles in Ruhe zu erkunden.

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Katzen, die leicht in Angstzustände verfallen, sollten nicht an der Leine geführt werden. Angeleint können sie in ihnen unheimlichen Situationen nicht die Flucht ergreifen, was sie noch panischer machen könnte, sodass eine Verletzungsgefahr für euch beide bestünde. Sträubt deine Katze sich partout gegen das Geschirr, akzeptiere das und stehe deinem Liebling die ersten Male draußen ohne Leine beiseite. So hat er dich als seine Vertrauensperson um sich, was ihm den Schritt in die „Selbstständigkeit“ leichter machen wird.

Viele neue Gerüche, andere Tiere, keine räumlichen Grenzen… So aufregend all das ist, ist es genauso typisch für Katzen, erst einmal zögerlich zu sein und Neues Schritt für Schritt kennenzulernen. Hat deine Katze sich auch daran gut gewöhnt, ihr neues Revier aus einer ruhigen Ecke auf sich wirken lassen, Pflanzen beschnuppert und Vögel beobachtet, könnt ihr euch von der Leine verabschieden und zum „richtigen“ Freigang übergehen:

Der erste Freigang: Ablauf und Tipps

Es heißt, drei optimale Voraussetzungen erleichtern euch den allerersten „Freigang-Tag“:

Es ist morgens 🗸
Deine Katze ist noch etwas hungrig 🗸
Das Wetter ist betrübt, vielleicht soll es sogar noch regnen 🗸

Deine Katze schon morgens auf Entdeckungstour zu schicken hat den Vorteil, dass du sie (falls sie bis zum Abend nicht wieder da sein sollte) noch in Ruhe vor Anbruch der Dunkelheit ausfindig machen kannst. Dabei kannst du sie auf ihren ersten Erkundungstouren auch ruhig begleiten, nur nicht so nah, dass es sie stört. Das gibt auch dir eine Sicherheit: So siehst du, dass sie gut klarkommt und ab sofort allein losziehen kann. Im Anschluss oder alternativ zum Begleiten ist es sinnvoll, deine Katze in der ersten Zeit noch aus der Ferne zu beobachten. So hast du im Blick, welche Richtung sie einschlägt und hast einen Ansatz, wo du suchen kannst, falls sie nicht von allein nach einer Weile heimkehrt.

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In der Ruhe liegt die Kraft: Kommt deine Katze nicht so schnell wie gewünscht wieder zurück, werde nicht panisch. Der neu gewonnene Freigang ist für sie ein riesiges Abenteuerland; bestimmt erkundet sie nur ausgiebig die Nachbarschaft.

Was hat es mit dem Hunger auf sich? Morgens sollte etwas weniger Futter als üblich im Napf deines Lieblings landen, damit der Reiz umso größer ist, spätestens zum „Abendbrot“ wieder einzukehren. Falls er sich zu weit von der Wohnung wegbewegt oder bis dahin nicht zurückgekommen ist, kannst du sie außerdem leichter mit ein paar Leckerlis anlocken.

Besitzt deine Tür keine Katzenklappe*, lass deine Wohnungstür die ersten Male am besten in deinem Beisein geöffnet, sodass deine Katze – wann immer sie möchte oder ihr Abenteuer ihr zu furchteinflößend wird – schnell nach Hause flitzen kann. Später kann sie sich sogar visuell oder akustisch durch Mauzen oder Treteln am Fenster bemerkbar machen, um wieder von dir hereingelassen zu werden.

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Und der Regen? Der wird deine Katze mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ins trockene, gemütliche Zuhause locken, damit ihr erster Ausflug nicht ausufert! Dafür kannst du dich halbwegs am Wetterbericht orientieren.

Freigang mit Routine – So kommt deine Katze immer zur selben Zeit nach Hause

Katzen lieben Routine! Entwickle mit deiner Katze doch eine für ihren Freigang. So bist auch du auf der sicheren Seite und beruhigt, wenn sie immer zur gleichen Zeit Zuhause einkehrt. Natürlich gibt es keine Garantie auf eine feste Uhrzeit, eine Katze trägt schließlich keine Uhr bei sich oder sieht das Abendessen als verpflichtendes Treffen an. Doch ihre innere Uhr und vor allem ihr Hungergefühl funktionieren hervorragend, sodass du zumindest einen Richtwert hast.

Wie gehst du den Freigang also an, damit eine Routine entsteht? Lass deine Katze immer zu einer ähnlichen Zeit aus der Tür. Selbst Katzenklappen können auf bestimmte Zeiten eingestellt werden, zu denen sie sich automatisch öffnen und schließen. Am Abend, ebenfalls immer zur gleichen Zeit, rufst du sie oder klapperst am besten mit den Näpfen, Dosen oder Trockenfutterpellets. Nach einer kurzen Weile wird sie euer „Signal“ erkennen oder sogar von allein wissen, wann ihr Abendessen kredenzt wird sowie pünktlich und gern nach Hause kommen. Katzeneltern wird ohnehin empfohlen, ihre Lieblinge in der Nacht Zuhause zu behalten. Unsere Choco kriegt jedoch nach spätestens ein paar wenigen Stunden Daheim die Krise, will nachts meist zusätzlich zu tagsüber rausgelassen werden und lässt sich in dem Fall auch nicht beruhigen. Wann immer wir es versucht haben, schreit sie so lange gequält rum, dass wir es letztendlich für das Beste halten, sie einfach machen zu lassen. Beim Thema Freiheit weiß sie schon selber, was gut für sie ist.

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Einmal Freigang – immer Freigang! Ist deine Katze erstmal ans Draußensein gewöhnt, kannst du es ihr nicht plötzlich wieder nehmen. Nicht nur, dass es sie unglücklich oder sogar aggressiv machen kann – ihre Unausgeglichenheit wird sich auch mit vorwurfsvollem Miauen und Pipi (leider nicht nur im Katzenklo) bemerkbar machen.

… Und im Winter: Kann es Katzen zu kalt werden?

Freigänger stellen sich zu den kühleren Jahreszeiten auf die kälterwerdenden Tage ein und legen sich automatisch ein entsprechend dickeres Fell zu. Nur Katzenkinder darfst du nicht in den Schnee lassen, bis sie sechs Monate alt sind. Ihr Fell hat bis dahin weder Unterwolle noch ist es wasserabweisend, sodass sie nicht genügend isoliert und gewärmt werden könnten.

Temperaturen bis minus 20 Grad können erwachsene Katzen in der Theorie aushalten. In der Praxis ist die Zahl natürlich von deiner Katze und sogar von ihrer Rasse abhängig. Anders als Nässe ist Kälte nämlich in der Regel ungefährlich für Katzen. Trotzdem kann auch sie frieren und sich erkälten, vor allem eben, wenn ihr Fell nass wird. Bei extrem niedrigen Temperaturen sind auch Erfrierungen an ihren Ohrrändern nicht auszuschließen. Zittern, Schwäche, Krämpfe oder Bewusstlosigkeit sind typische Symptome einer Unterkühlung. Bereite dich mit unserem Beitrag Erste Hilfe für Katzen auf den Fall der Fälle vor, um deiner Katze schnell und gezielt helfen zu können.

Bei schlechtem Wetter solltest du deine Katze jedoch weder Zuhause einsperren (außer es stürmt so extrem, dass durch die Luft fliegende Gegenstände eine Gefahr darstellen) noch zwingen, rauszugehen. Wichtig ist dafür nur, dass sie entweder eine Katzenklappe an der Tür hat oder einen geschützten, warmen Unterschlupf geboten bekommt, z. B. eine Katzenhütte* mit Decke im Garten.

Kommt sie dann nach einem kalten Spaziergang nach Hause, kannst du deine Katze aufwärmen, indem du ihre Pfoten mit lauwarmem Wasser beträufelst und anschließend mit einem weichen Handtuch abtupfst. Den letzten Schritt des Trocknens schafft sie aber auch allein.

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Trau dich, deine Katze nach entsprechender Vorbereitung den Schritt in Richtung Freiheit gehen zu lassen. Dann traut sie sich in der Regel auch. Du wirst sehen, es lohnt sich: Bald erlebst du sie als noch ausgeglichenere, glückliche Freigänger-Katze!

So ist Choco EINS mit der Natur geworden:

Ich lieb’s! Nach den ersten paar Wochen in meinem neuen Zuhause bin ich furchtlos hinausgerannt, als mir die Tür zur Außenwelt zum ersten Mal geöffnet wurde, und habe den Spaß meines Lebens gehabt! Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Riku hingegen, den Papa anfangs erstmal auf die Terrasse gesetzt und in seiner Begleitung hat rumgucken lassen, ist in den ersten Tagen immer schnell wieder reingeflüchtet, bevor er sich Tag für Tag ein Stückchen weiter vorgetastet hat. Bis heute ist er im Gegensatz zu mir sehr zuverlässig geworden, zu welchen Zeiten er nach Hause kommt (liegt vielleicht auch ein bisschen daran, dass er verfressen ist). Vor allem im Sommer schläft Riku aber auch gern mal in seiner Katzenhütte auf der Terrasse.

Ganz anders unsere Schwester, Yumi: Die hat sich selbst dazu entschieden, dass die große weite Welt nichts für sie ist und sie ihren Auslauf auf seltenes Beschnüffeln der Terrasse beschränkt.

Choco